Staring Girl

Hamburg (D)

Es gibt diese Bands. Einerseits versteht man nicht, warum sie es bislang nicht auf die ganz großen Bühnen geschafft haben, andererseits möchte man das gar nicht. Nicht weil man das, was diese Bands da spielen, nicht ausstehen könnte, im Gegenteil: Man möchte dieses Kleinod an Außergewöhnlichkeit ganz für sich alleine haben. Unteilbar. Einer tragischen Liebe gleich, die nie öffentlich werden darf, soll sie nicht ihren Glanz verlieren. Staring Girl ist so eine Band. Obwohl sie bereits vor einigen Jahren fast schon gewaltvoll in die erste Reihe gezerrt wurde – als Gisbert zu Knyphausen einen Song von ihr in der Show TV Noir coverte –, weigert sie sich nach wie vor beharrlich, den ihr zugewiesenen Platz einzunehmen. Erst im vergangenen Jahr erschien mit „In einem Bild“ das zweite Album von Staring Girl. Sechs Jahre und mehrere Bandumbesetzungen nach dem Debüt-Album „Sieben Stunden und vierzig Minuten“. Zeit war dann auch das zentrale Thema des Albums von 2018, auf dem Sänger und Songschreiber Steffen Nibbe über Vergehen und Vergänglichkeit sinnierte. Umso erstaunlicher, dass mit „EP“ bereits schon jetzt ein neues Werk vorliegt. Und noch erstaunlicher, dass das Überthema hier – ja, man mag es kaum glauben – die Liebe ist. Mal ist die Liebe da, mal ist sie weg. Dass es Nibbe gelingt, diesem banalen Pop-Thema, das immer wieder aus allen Ecken und Enden aufs Neue besungen wird, neue herzzerreißende oder wahlweise herzerwärmende Bilder in trockener, fast schon beiläufiger Sprache abzuwringen, zeugt von dessen großartigem Prosa-Talent. Musikalisch unterstützt wird er dabei kongenial von Gunnar Ennen, Jens Fricke, Frenzy Suhr und Robert Weitkamp, einer Band, die offensichtlich mehr als nur gut eingespielt ist. In gerade einmal zwei Tagen wurden die sechs Stücke der „EP“ live aufgenommen. Multiinstrumentalist Gunnar Ennen, der bei Staring Girl mal das Wurlitzer, mal die Gitarre, mal die Lapsteel spielt, übernahm dann zusätzlich auch noch den Mix.

Als Staring Girl 2012 ihr Debutalbum bei K&F Records veröffentlichten, wurde gesagt, dass der Sound schüchtern, in seinem positivsten Sinne, sei. Eine Stimme, die sich nie erhebt, die eher ungelenk als extravagant ist und dabei von einer Band gestützt ist, die so unaufdringlich rumpelnd spielt, dass man beim Hören dennoch in einen packenden Sog gerät.


„Es gibt nur wenige deutschsprachige Bands, die die ganz großen Gefühle ohne zu dick aufzutragen so in Worte fassen können“ urteilte laut.de.


„Die Musik rückt zunächst in den Hintergrund, dabei ist sie ähnlich feingliedrig wie die Texte, mehr tiefgründiger Kammer- Pop als aufs Notwendigste beschränkte Liedermacher-Begleitung. Ein großer Wurf!“, schrieb westzeit.de.


„Staring Girl beweisen ihre Relevanz mit dieser Platte einwandfrei und verdienen es, gekannt und geliebt zu werden.“ (Intro) —


Die Hamburger Band war u.a. als Support von Gisbert zu Knyphausen und Erdmöbel auf Tour bevor im April 2018 ihr aktuelles Album „In einem Bild“ bei KOMBÜSE Schallerzeugnisse (dem Label der Hamburger Küchensessions) veröffentlicht wurde.

Aktuell arbeitet die Band an Liedern für eine neuen Platte, von denen sie einige Stücke live ausprobieren werden. Um die Zeit bis zum neuen Album zu überbrücken, veröffentlicht die Band nun in der Zwischenzeit eine EP (KOMBÜSE). Sechs Stücke sind hier versammelt: B-Seiten sowie Alternativversionen alter Stücke, die über die Jahre live ausgetüftelt und lieb gewonnen wurden. Ein Bonbon für Zwischendurch. Am 06.12.2019 wird die EP offiziell veröffentlicht, die Band wird sie aber bereits exklusiv auf ihrer kleinen Herbsttour im Gepäck haben.

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